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Zurück zu den Fakten!

Österreich bekommt flexiblere Arbeitszeiten. Aber Zanoccio und seine Freunde verbreiten bewusst Mythen und Märchen und verunsichern so die Menschen. Du bist auch verunsichert? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Kommt der generelle 12-Stunden-Tag?

Nein, der Achtstundentag und die 40-Stunden-Woche bleiben die Regel. Die gesetzliche Normalarbeitszeit und kollektivvertragliche Regelungen bleiben unverändert. Der 12-Stunden-Tag ist eine Ausnahme zu Spitzenzeiten und kein Dauerzustand! Im Durchschnitt darf nicht mehr als 48 Stunden in 17 Wochen gearbeitet werden (Höchstarbeitszeit).
 

Verlieren Arbeitnehmer durch die neue Regelung Überstundenzuschläge?

Nein! An den Zuschlägen wird sich nichts ändern. Jede Überstunde wird auch weiterhin bezahlt. Auch angeordnete Überstunden bei Gleitzeit werden bezahlt. Alle kollektivvertraglichen Regelungen bleiben vom neuen Gesetz unberührt.
 

Kann der Arbeitnehmer zu Überstunden gezwungen werden?

Nein - zwölf Stunden Arbeit pro Tag wird es nur freiwillig geben! Die Regierungsparteien haben sich deutlich dazu bekannt, dass Zwölf-Stunden-Tage nicht vom Arbeitgeber angeordnet werden können.
 

Wollen Mitarbeiter überhaupt flexiblere Arbeitszeiten?

Arbeitnehmer sind flexiblen Arbeitszeiten gegenüber sehr positiv eingestellt. Eine Market-Umfrage (2018) zeigt: 76 % der Arbeitnehmer sind davon überzeugt, dass heute mehr Flexibilität notwendig ist als früher. 73 % sagen, dass sie flexibel und bereit sind, phasenweise länger zu arbeiten.
 

Sind die bestehenden Arbeitszeitregelungen nicht schon flexibel genug?

Der internationale Vergleich zeigt, dass Österreich bei flexiblen Arbeitszeiten hinten liegt. So dürfen in Österreich maximal 10 Stunden pro Tag gearbeitet werden, in den meisten EU-Staaten bis zu 12 oder 13 Stunden. 12 Stunden sind in speziellen Fällen zwar jetzt schon möglich, aber besonders für unsere Klein- und Mittelbetriebe nur unter sehr restriktiven Bedingungen, die mit viel Bürokratie verbunden sind.
 

Welche Vorteile bringen flexiblere Arbeitszeiten mit sich?

Flexible Arbeitszeiten bringen im Alltag Vorteile für alle – für Betriebe, für Arbeitnehmer und für Kunden:

  • Betriebe werden durch flexible Arbeitszeiten wettbewerbsfähiger.
  • Arbeitnehmer erhalten durch flexible Arbeitszeiten mehr Verdienst (50 % Zuschlag für Überstunden) und längere Freizeitblöcke.
  • Kunden profitieren von flexibleren Zeiten für Service, Reparaturen und Betreuung.
  • Flexible Arbeitszeiten sichern Jobs, weil sie Schwankungen auffangen, auf die man sonst mit kurzfristigem Personalauf- und -abbau reagieren müsste.

 

Würde eine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung nicht mehr bringen?

Hinter der Forderung nach Arbeitszeitverkürzung steckt die Meinung, man müsse nur das bestehende Arbeitszeitvolumen auf mehr Köpfe verteilen, dann müssten alle weniger arbeiten und die Arbeitslosigkeit sinke. Die Praxis zeigt aber:

Arbeitszeitverkürzung kostet Jobs
Ein entsprechender Eingriff schafft keine Jobs, sondern kostet Jobs: Um die Arbeitslosigkeit zu senken, hat Frankreich im Jahr 2000 die Wochenarbeitszeit von 39 auf 35 Stunden reduziert. Das Ergebnis: Vor Einführung der 35-Stunden-Woche hatte Frankreich eine Arbeitslosenrate von 8,6 %, im Jahr 2005 waren es 8,9 %, 2015 sogar 10,4 % (Quelle: EU-Kommission). Eine Arbeitszeitverkürzung bei gleichem Lohn verteuert den Faktor Arbeit massiv. Dies zwingt Unternehmen, weniger produktive Arbeitskräfte abzubauen. Für die übrigen Arbeitnehmer steigt der Druck, in weniger Zeit dasselbe zu leisten.

Arbeitszeitflexibilisierung bringt Jobs
Deutschland hat im gleichen Zeitraum die Arbeitszeiten flexibilisiert und teilweise sogar verlängert. Ergebnis: Die Arbeitslosenrate sank zwischen 2000 und 2015 von 7,9 % auf 4,6 %.
 

Wer profitiert von der neuen Regelung?

Die Maßnahme ist für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation. Durch die 4-Tage Woche werden Arbeitszeitregelungen an die heutigen Bedürfnisse der Arbeitnehmer und Arbeitgeber angepasst.

Konkret bedeutet das für den Arbeitnehmer:

  • Die Flexibilisierung ermöglicht mehr Freiheiten in der Freizeitgestaltung.
  • Verlängerte Wochenenden werden besser möglich – besonders Pendler gewinnen dadurch viel Zeit.
  • Familien profitieren von besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

... und für den Unternehmer:

  • Spitzenzeiten können personell leichter abgedeckt werden.
  • Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und sichert Arbeitsplätze.

 

Machen überlange Arbeitszeiten den Arbeitnehmer krank?

12 Stunden am Tag zu arbeiten, bleibt die Ausnahme. Dass dies die Gesundheit nicht beeinträchtigt, sieht man in den Bereichen, die schon jetzt 12 Stunden oder mehr arbeiten dürfen – Gesundheitsberufe, leitende Angestellte, KFZ-Lenker, Arbeitnehmer im öffentlichen Verkehr (ÖBB, Busse, Seilbahnen, Schiffe, Flugzeuge), alle Beamten (z. B. Polizisten) oder das Personal von Universitäten. Schweden und Finnland kommen sogar ohne Höchstarbeitszeit pro Tag und pro Woche aus, ohne dass Gesundheit und Arbeitszufriedenheit beeinträchtigt wären.
 

Wird Freizeit und Arbeitszeit nicht jetzt schon zu stark vermischt?

In einer Market-Umfrage aus 2017 geben Arbeitnehmer an, im Schnitt 10 Minuten pro Tag in der Freizeit durch Anrufe, E-Mails, etc. beruflich beansprucht zu werden. In der selben Umfrage antworten die Arbeitnehmer aber, dass sie im Schnitt 21 Minuten pro Tag während der Arbeitszeit Medien für private Zwecke nutzen. Eine andere Umfrage kommt sogar auf 40 „Privatminuten“ pro Tag. Unterm Strich profitieren somit Arbeitnehmer.
 

Wird das Gesetz von der Regierung durch das Parlament gepeitscht?

Die Sozialpartner haben nach jahrelangen Verhandlungen kein Ergebnis erzielt. Jetzt handelt die Regierung. Die Regierungsparteien wollten eine Begutachtung des Antrags sicherstellen. Es war die Opposition, die den Ausschuss verhindert hat, in dem die Begutachtung beschlossen werden sollte.

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