Investitionsprogramm halbiert – Land zögert weiter, während das Tal im Verkehr erstickt
Mit der Kürzung des mittelfristigen Investitionsprogramms für Privatbahnen (MIP) und dem Zögern des Landes bei der Fahrzeugbestellung droht die Zillertalbahn endgültig zum Symbol verpasster Chancen zu werden. Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Alois Rainer kritisiert die Untätigkeit scharf.
Die Situation rund um die Modernisierung der Zillertalbahn spitzt sich weiter zu. Das mittelfristige Investitionsprogramm des Bundes für Privatbahnen wurde kürzlich um 50 Prozent gekürzt – ein herber Rückschlag für die Finanzierung der dringend nötigen Umrüstung auf Akku-Hybrid-Züge. Doch nicht nur aus Wien kommt Gegenwind. Auch das Land Tirol zögert bei der Bestellung der neuen Garnituren. Statt rasch zu handeln, wird wieder eine sinnlose Bestellung mit der Pinzgauer Bahn im Jahr 2028 ins Spiel gebracht, um das Projekt weiter auf die lange Bank zu schieben.
Für Alois Rainer ist diese Argumentation unhaltbar: „Statt Entscheidungen zu treffen, wird verzögert, gerechnet und schöngeredet – während das Zillertal täglich im Verkehr erstickt.“ Laut Zillertalbahn selbst wäre eine spätere Bestellung nicht günstiger, sondern im Gegenteil mit höheren Kosten verbunden. Die Ertüchtigung der alten Garnituren, um weiterfahren zu können, würde mehr verschlingen, als durch eine koordinierte Bestellung eingespart werden könnte.
Alois Rainer übt scharfe Kritik an der Verkehrspolitik des Landes: „Anscheinend ist in Innsbruck die Tragweite unseres Problems nicht bekannt. Es wird eine ganze Region im Stich gelassen, die Jahr für Jahr hunderte Millionen an Steuergeldern erwirtschaftet.“ In anderen Bundesländern würden die Verantwortlichen alles daransetzen, damit ihre Bahnprojekte vorankommen. „Bei uns hingegen kommt aus dem zuständigen Landesbüro nicht viel – außer Verzögerung.“
Besonders unverständlich ist für Alois Rainer der klimapolitische Aspekt: „Was mich wundert ist, dass hier besonders wir Unternehmer diejenigen sind, die am stärksten auf eine rasche Umsetzung einer klimafreundlichen Bahn pochen.“ Wo die Klimaschutzorganisationen sind, die sonst um jedes Gramm CO2 kämpfen, ist für Alois Rainer ein Rätsel: „Wir sprechen hier von 900.000 Liter Diesel pro Jahr, die ohne wirtschaftlichen Vorteil gegenüber der geplanten Alternative verbrannt werden.“
