Maut: NEOS bitten Tirols Betriebe zur Kasse

22.07.2025

NR Klaus Mair kritisiert geplante Mauterhöhung: „Nicht der Transit zahlt – sondern Tirols Wirtschaft.“

Während Tirols Wirtschaft nach zwei schwierigen Jahren erste Signale der Stabilisierung zeigt, setzt NEOS-Mandatar Dominik Oberhofer auf Belastung statt Unterstützung. Sein Vorstoß zur Erhöhung der Lkw-Maut gefährdet den wirtschaftlichen Aufschwung – und trifft ausgerechnet jene, die tagtäglich Leistung erbringen: unsere heimischen Betriebe.

Österreich hat bereits jetzt die höchsten Lkw-Mauttarife in der EU. Dennoch sollen diese erneut deutlich erhöht werden. Allein im Jahr 2024 nahm die ASFINAG rund 1,7 Milliarden Euro an Lkw-Maut ein. Ein moderner 40-Tonnen-Lkw kommt auf Österreichs Autobahnen mit 50 Euro rund 94 Kilometer weit – in Deutschland sind es 144 km, in Italien 328 km und in Polen sogar 535 km. Auf der Sondermautstrecke über den Brenner reicht derselbe Betrag hochgerechnet nur für 31 km.

„Österreich ist längst Maut-Europameister. Wer in dieser Situation noch weiter erhöht, legt der regionalen Wirtschaft bewusst Steine in den Weg“, kritisiert Mair. Die geplante Erhöhung betreffe nicht nur den Güterverkehr, sondern schlage direkt auf alle Branchen durch – vom Bau über das Gewerbe bis zum Handel. „Am Ende zahlen nicht die Transitkonzerne – sondern die Tirolerinnen und Tiroler über steigende Preise“, so Nationalratsabgeordneter Klaus Mair.

Besonders scharf kritisiert Mair, dass NEOS-Mandatar Dominik Oberhofer die tatsächliche Wirkung der Maßnahme verkenne: „Wer glaubt, damit den Transit unattraktiv zu machen, versteht die Zusammenhänge nicht. Für Transitunternehmen sind höhere Kosten auf einer Teilstrecke kaum spürbar – für unsere regionalen Betriebe aber eine massive Belastung.“ Hinzu kommt: Die geplante Tarifstruktur benachteiligt ausgerechnet die regionalen Lkw mit drei Achsen, wie sie viele Tiroler Unternehmen einsetzen – gegenüber schweren Transit-Sattelzügen mit vier oder mehr Achsen. „Wenn Oberhofer das übersieht, fehlt ihm das wirtschaftliche Verständnis. Wenn er es weiß, kämpft er gegen die heimischen Betriebe“, so Mair.

Ausnahme für regionale Transporte gefordert

Im Rahmen der laufenden Verhandlungen zur Mauttarifordnung 2026 fordert Mair eine gezielte Entlastung regionaler Betriebe. Konkret soll es eine Mautbefreiung für Fahrzeuge mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen geben, wenn diese für Materialtransporte, Ausrüstung, Maschinen oder handwerkliche Lieferungen im regionalen Einsatz stehen. „Die EU-Wegekostenrichtlinie gibt diese Möglichkeit ausdrücklich her. Jetzt liegt es an der Bundesregierung, sie auch zu nutzen. Wir müssen unsere regionale Wirtschaft entlasten und nicht belasten“, so Mair.

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