Thaler zu Lohnnebenkosten: Österreichs Wettbewerbsnachteil wird immer größer – fatale Folgen für Standort und Export jetzt abwenden!

26.04.2024

Österreichs Standort braucht umfangreiche Lohnnebenkostensenkung um Anschluss nicht völlig zu verlieren

Eine von der Wirtschaftskammer Österreich präsentierte Studie von EcoAustria zeigt nun die ökonomisch dramatischen Auswirkungen der Lohnnebenkostenentwicklung für Österreich auf. Demnach haben sich die Arbeitskosten je Arbeitsstunde seit dem Jahr 2009 bis zum Jahr 2022 um rund 49 Prozent erhöht – in diesem Zeitraum demnach um beinahe 20 Prozentpunkte kräftiger als im Euroraum und um zehn Prozentpunkte stärker als in Deutschland.

Besonders im Vergleich zu jenen EU-Mitgliedsstaaten, mit denen heimische Unternehmen vermehrt in Konkurrenz stehen, schneidet Österreich schlecht ab. „Diese zunehmende Schere bremst die heimische Leistungsfähigkeit weiter ab, zumal wir auch von Inflation und Energiekosten teils massiver betroffen sind als andere Staaten“, so die Tiroler Wirtschaftsbundobfrau Barbara Thaler. Umso dringlicher sei der Ruf nach Entlastung und einer spürbaren Senkung der Lohnnebenkosten. In einer Modellrechnung kommt EcoAustria zum Ergebnis, dass ein Maßnahmenvolumen von 7,5 Mrd. Euro (1,4 Prozent des BIP) ab 2025 den privaten Konsum um bis zu 2 Prozent sowie die realen Investitionen um etwa 1,8 Prozent steigern würde.

Die Entwicklung bis heute zeige den wachsenden Wettbewerbsnachteil für österreichische Unternehmen deutlich auf. „Auch mit Blick auf das für unseren kleinen Markt so wichtige Export-Segment wird ein erfolgreiches Wirtschaften immer schwieriger“, so Thaler. Was die preisliche Wettbewerbsfähigkeit Österreichs mit Blick auf den Export betrifft, habe sich die Situation vor allem seit der zweiten Jahreshälfte 2022 deutlich verschlechtert ­ sowohl zum wichtigsten Handelspartner Deutschland als auch zum Euroraum. Auch dahingehend könne eine Senkung der Lohnnebenkosten laut der Studie die preisliche Wettbewerbsfähigkeit verbessern und zu einem Anstieg der Exporte um 1,4 Prozent führen.

„Eine Lohnnebenkostensenkung stärkt zudem den Arbeitsmarkt durch höhere Nachfrage und höhere Nettolöhne. Die in der Studie angeführte Modellsimulation würde umgerechnet mittel- bis langfristig 40.000 zusätzliche Beschäftigte bedeuten. Arbeitskräfte, die wir allein schon aufgrund des demografischen Wandels dringend brauchen. Österreich braucht eine umfangreiche Senkung der Lohnnebenkosten, um den Anschluss nicht völlig zu verlieren und wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Thaler.

Service:

Studie EcoAustria im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich „Die Effekte einer Lohnnebenkostensenkung für die Volkswirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit“